Warum droht der Berliner Feuerwehr die Handlungsunfähigkeit?

 

 

 

 

Diese Frage ist aufgrund der vielschichtigen Detailaspekte und Wechselwirkungen nicht in wenigen Worten umfassend zu beantworten. Stark vereinfacht:

 

  • Der Berufsfeuerwehr fehlt bereits jetzt Personal um die notwendigen Einsatzfahrzeuge zu besetzen. Die Situation wird sich zum 1.9.2018 noch weiter verschärfen. Die vom Senat gerade neu eingestellten 211 Berufsfeuerwehr-Anwärter ändern daran nichts.
  • Die Anzahl der Löschhilfeleistungsfahrzeuge verringert sich seit Jahren. Die Fahrzeuge sind stark überaltert. Fahrzeugausfälle führten bereits zu ersten Einschränkungen der zeitnahen Gebietsabdeckung.
  • Fehlendes Personal in Verbindung mit fehlendem Einsatzgerät führt zu verlängerten Eintreffzeiten. Kurze Eintreffzeiten sind eine entscheidende Voraussetzung für wirksames Handeln der Feuerwehr.
  • Diese sich in Zukunft verschärfende Situation reduziert die Gesamtleistungsfähigkeit der Berliner Feuerwehr weiter. Gleichzeitig wächst die Stadt weiter, weshalb mit einer weitere Zunahme der Einsatzzahlen zu rechnen ist.
  • Es gibt Menschen, die stellen verwundert fest, dass Produkte mit langen Lieferfristen nicht rechtzeitig verfügbar sind, wenn sie erst kurz vor dem benötigten Termin bestellt werden. So verhält sich gerade der Senat. Eine handlungsfähige Berliner Feuerwehr kann so nicht gewährleistet werden.

Im Notfall zählt jede Minute. Die Berliner Feuerwehr wird auch in Zukunft zu Ihnen kommen. Wirklich handlungsfähig ist sie aber nur, wenn sie schnell, mit ausreichendem Personal und geeigneter Ausrüstung bei Ihnen eintrifft. Eigentlich eine Binsenweisheit.

Die Zeitfrist für einfache Lösungen ist schon ungenutzt verstrichen. Die Uhr tickt. Mit fortschreitender Zeit wird es zunehmend schwieriger werden, die sich entwickelnde Handlungsunfähigkeit der Berliner Feuerwehr noch abzuwenden.

Hier erfahren Sie mehr Details

  • Zur Personalsituation der Berufsfeuerwehr
    → Detail Personalsituation – Einsatzbelastung
    → Detail Personalsituation – Nicht besetzte Einsatzfunktionen
    → Detail Personalsituation – Zukünftige Entwicklung
  • → Detail Fahrzeugsituation Löschhilfeleistungsfahrzeuge (LHF)
  • → Detail Gebietsabdeckung
  • → Detail Fahrzeugbeschaffung

 

 

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Warum lösen die vom Innensenator Andreas Geisel angekündigten Fahrzeugbeschaffungen nicht das Problem?

 

 

Wir begrüßen die vom Innensenator Andreas Geisel eingeleiteten Maßnahmen ausdrücklich. Aber für diese einfachen kleinen Lösungen ist es leider schon zu spät.

 

 

  • Die in der Beschaffung für 2018 / 2019 vorgesehenen 100 Fahrzeuge dienen weitgehend der zwingend notwendigen Aufrechterhaltung des Rettungsdienstes in Berlin. Die Lösung der ständig weiter steigenden Einsatzzahlen beim Rettungsdienst sind sie jedoch auch nicht.
  • In dem 100 Fahrzeuge-Paket sind zwei Löschhilfeleistungsfahrzeuge (LHF) enthalten. Weitere 12 LHF sollen über das SIWANA-Programm, aber erst ab 2020 beschafft werden. Das Durchschnittsalter der LHF beträgt bereits jetzt 15 Jahre, eine Vielzahl der Fahrzeuge ist also noch viel älter.
    Würden heute 10 neue LHF-Fahrzeuge bereit stehen, würde sich das Durchschnittsalter der LHF-Fahrzeuge lediglich um ein Jahr mindern. Das zeigt die Größenordnung des über die letzten Jahrzehnte angesammelten Problems.
  • Selbst wenn der Senat die Fahrzeuge sofort heute die 14 neuen LHF-Fahrzeuge bestellen, würde, sind diese frühestens in zwei Jahren im Einsatzdienst. Dies wird nicht nur durch die Dauer des Verwaltungsvorganges in der Berliner Verwaltung beeinflusst. Lieferzeiten von 18 bis 24 Monaten sind bei diesen Spezialfahrzeugen nicht ungewöhnlich.

Um die drohende Handlungsunfähigkeit abzuwenden, müssen daher jetzt sehr viel mehr neue Löschhilfeleistungsfahrzeuge bestellt werden. Bis diese dann verfügbar sind, müssen mittlerweile zusätzlich bereits vorhandene neue und/oder gebrauchte Löschfahrzeuge beschafft werden.

Wie die Feuerwehrangehörigen dann an diesem Technik-Mischmasch geschult und die abweichenden Fahrzeugtypen in das Einsatzkonzept der Berliner Feuerwehr eingebunden werden, ist die nächste Herausforderung. Während jedoch die sofortige Bereitstellung einer großen Anzahl von Einsatzfahrzeugen nach Berliner Standard schlicht unmöglich ist, darf man zumindest hoffen, dass diese Herausforderung bei entsprechendem Engagement und Personaleinsatz auch bewältigt werden kann. Dies setzt aber auch die Bereitstellung der notwendigen Mittel voraus.


Die Zeitperiode für einfache Lösungen ist leider schon vorbei!


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  • → Detail Fahrzeugsituation LHF

 

 

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Warum lösen die gerade eingestellten 211 Berufsfeuerwehr-Anwärter nicht das Problem?

 

Es war ein schönes Zeichen und wir freuen uns über die 211 neuen Feuerwehranwärter der Berufsfeuerwehr, die zusätzlich zu den 45 Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr am Tag der offenen Tür vom Innensenator Andreas Geisel begrüßt wurden.

  • Die Ausbildung der Anwärter beginnt jetzt. Bis diese engagierten Menschen jedoch als Feuerwehrangehörige selbstständig und voll einsetzbar sind, vergehen mindestens zwei Jahre. Die 211 Anwärter können in zwei Jahren ca. 38 von ca. 570 derzeit zu besetzenden Einsatzfunktionen bei der Berufsfeuerwehr absichern. Bis dahin gehen aber weitere Beamte in Pension und die Stadt wächst.
  • Es ist ein völlig offene Frage, ob die 211 Anwärter nach Abschluss ihrer Ausbildung in Berlin bleiben. Alle Berufsfeuerwehren in Deutschland suchen händeringend Personal, bieten eine höhere Bezahlung bei oft besseren Arbeitsbedingungen und weniger Stress.
  • In den letzten 20 Jahren wurden auch die Ausbildungskapazitäten der Berliner Feuerwehr abgebaut. Die Anzahl der auszubildenden Berufsfeuerwehranwärter lässt sich daher nicht beliebig erhöhen.

Die Leistungsfähigkeit der Berliner Feuerwehr hängt ganz wesentlich von der Personalsituation der Berufsfeuerwehr ab. Diese sich lässt jedoch nicht auf die Schnelle verbessern. Der Motivation und Leistungsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr wird daher noch erheblich mehr Bedeutung zu kommen. Dabei gehören die ehrenamtlich tätigen Freiwilligen Feuerwehrangehörigen in Berlin schon zu den höchstbelasteten in Deutschland. Der teilweise verrottete Zustand der Dienstgebäude und alte oder abgezogene Fahrzeuge sind für ihre Motivation und diese die Familien belastende Tätigkeit nicht förderlich.

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  • → Detail Personalsituation Nicht-besetzte Einsatzfunktionen
  • → Detail Personalsituation Zukünftige Entwickelung

 

 

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Warum gibt es ein Problem, wenn doch nur 5 Prozent der Einsätze Brandbekämpfungseinsätze sind?

 

 

Der Sprecher des Innensenators wies in einem Tagesspiegel-Artikel vom 11.7.2018 daraufhin, dass nur 5 % der Einsätze Löscheinsätze wären. Die Kürzung der Fahrzeugbeschaffung bzw. das 100-Fahrzeuge-Paket des Senats würde dem Rechnung tragen.

 

  • Tatsächlich hat der Rettungsdienst den größten Anteil an der Steigerung der Einsatzzahlen Berliner Feuerwehr. Zustand und Anzahl der Rettungsdienstfahrzeuge sind auch lange nicht so kritisch, wie dies bei den Fahrzeugen für die Brandbekämpfung und Technische Hilfeleistung der Fall ist.
  • Sowohl die Löschfahrzeuge der Berufsfeuerwachen, als auch die der Freiwilligen Feuerwehren sind jedoch regelmäßig als sogenannte „First Responder“ zur Unterstützung des Rettungsdienstes im Einsatz, um bei kritischen Hilferufen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens zu überbrücken oder den RTW dabei zu unterstützen, eine Person aus einem oberen Geschoss in den RTW zu bringen.
  • Die enormen Rettungsdienstzahlen, mit einer hohen Anzahl von nicht gerechtfertigten Hilferufen, verdecken die Probleme bei der Brandbekämpfung und Technischen Hilfeleistung. Im Mittel fast 8000 Brände jährlich bedrohen Existenzen und gefährden Menschen. Hinzu kommen die Technischen Hilfeleistungen, z.B.  durch Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen.

Tatsächlich werden aber auch mehr Rettungswagen (RTW) und mehr Personal das Rettungsdienstproblem nicht dauerhaft lösen. Hierzu sind ganz andere Strukturmaßnahmen erforderlich.

 

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  • → Detail Personalsituation – Einsatzbelastung
  • → Detail Personalsituation Nicht-besetzte Einsatzfunktionen
  • → Detail Personalsituation Zukünftige Entwicklung
  • → Detail Fahrzeugsituation LHF
  • → Detail Gebietsabdeckung

 

 

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Fahrzeugsituation Löschfahrzeuge Katastrophenschutz

 

Neben ihrer Einbindung in den Regeleinsatzdienst der Berliner Feuerwehr decken die Freiwilligen Feuerwehren in Berlin eine zentrale und wichtige Aufgabe ab, nämlich die Erhöhung der Brandschutzkapazitäten im Rahmen des Katastrophenschutzes zur Brandbekämpfung und Löschwasserförderung über lange Wegstrecken (KatSD-VO Berlin vom 7.11.2011).

 

Hierfür sieht die KatSD-VO vor, dass der Feuerwehrbereitschaft (FwB), bzw. den dort eingegliederten Brandschutzbereitschaften

  • 60 Löschgruppenfahrzeuge LF KatS und
  • 12 Schlauchwagen SW KatS

zur Verfügung stehen.

 

Löschgruppenfahrzeuge LF KatS

Hierfür wurden die Freiwilligen Feuerwehren mit Löschgruppenfahrzeugen vom Typ LF 16 - TS ausgestattet. Der Fahrzeugtyp ist für die Brandbekämpfung und Löschwasserförde­rung bei größeren Schadensfällen vorgesehen. Das Fahrzeug verfügt über keinen eigenen Löschwassertank, führt jedoch sehr viel Schlauchmaterial und zwei Feuerlöschpumpen mit.

Warum werden die Löschfahrzeuge des Katastrophenschutzes ausgesondert?

 

Für den Unterhalt der LF 16 – TS steht der Berliner Feuerwehr nur ein sehr begrenztes Budget von wenigen tausend Euro zur Verfügung. Aus diesem Budget müssen die jährliche Überprüfung und die Reparaturen bezahlt werden. Aus diesem Grund schreitet die Außerdienststellung dieser Fahrzeuge nun schnell voran.

 

 

 

Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge beträgt 23 Jahre, die jüngsten haben das Baujahr 1997. Wie bei Pkw dieser Baujahre ist Rost hier ein ständiger Begleiter und die notwendigen Reparaturen zur Erhaltung der Verkehrssicherheit überschreiten schnell das Kostenlimit. 

 

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Detail → Fahrzeugsituation Löschfahrzeuge des Katastrophenschutz

 

Welche Bedeutung haben die Löschfahrzeuge des Katastrophenschutzes?

Die Fahrzeuge werden von den Freiwilligen Feuerwehren im Regeleinsatzdienst und im Katastrophenschutz eingesetzt.

 

  • Regeleinsatzdienst
    Im Regeleinsatzdienst dienen diese Fahrzeuge als Unterstützung. Insbesondere waren sie in Berlin bei den zahlreichen lokalen Unwettern 2017 und zuletzt auch bei dem Ausnahmezustand in Folge des Starkregens Mitte Juli 2018 oder auch dem Bruch der Hauptwasserleitung am 15. Juli 2018 in Altglienicke eine wertvolle Unterstützung.
  • Katastrophenschutz
    Die Fahrzeuge sind für die Brandbekämpfung und die Löschwasserförderung bei größeren Schadensfällen, wie z.B. Waldbränden vorgesehen. Sie erfüllten jedoch auch ihre Aufgaben bei den extremen wochenlangen Hochwassereinsätzen 2013.
    Durch die Aussonderungen ist es aktuell (Juli 2018) bereits nicht mehr möglich die in Berlin vorgesehenen Brandschutzbereitschaften mit den hierfür vorgesehenen Fahrzeugen auszustatten. Ohne Ersatzfahrzeuge sind nach Planungen des Senats am Ende des Jahres 2018 ca. 50 % der Brandschutzfachdienste nach Katastrophenschutzdienstverordnung (KatSD-VO) nicht mehr einsatzbereit.
  • Jugendfeuerwehren
    Die Fahrzeuge dienen ferner als Ausbildungsgerät für die Jugendfeuerwehren, so dass die Alarmbereitschaft der Löschhilfeleistungsfahrzeuge (LHF) der Freiwilligen Feuerwehren nicht tangiert wird.

 

Auch wenn diese Fahrzeuge des Katastrophenschutzes im Regeleinsatzdienst unterstützen, die Leistungsfähigkeit eines Löschhilfeleistungsfahrzeug (LHF) erreicht z.B. ein Löschgruppenfahrzeugevom Typ LF 16 -TS bei weitem nicht.
Aufgrund der prekären Fahrzeugsituation der Berliner Feuerwehr können allerdings einige Freiwilligen Feuerwehren zeitweise nur noch mit diesem Fahrzeugtyp am Regeleinsatzdienst teilnehmen. Zum Nachteil der in Not befindlichen Menschen in Berlin.

 

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Schlauchwagen SW KatS

 

Hierfür wurden ausgewählte Standorte mit Freiwilligen Feuerwehren mit Schlauchwagen vom Typ SW 2000 - Tr ausgestattet. Das Fahrzeug dient speziell dem Aufbau einer Wasserförderung über lange Wegstrecken, d.h. über Distanzen von mehreren hundert Metern. Hierfür sind auf dem Fahrzeug 2000 m Schlauchmaterial verladen, die während langsamer Fahrt direkt aus dem Fahrzeug verlegt werden können. Die Einzelschläuche sind jeweils 20 m lang und müssten ansonsten von Hand verlegt und gekuppelt werden.
Zusätzlich verfügt das Fahrzeug noch über eine tragbare Pumpe und weiteres Material für den Aufbau einer derartigen Wasserförderung. Da die Besatzung nur aus 3 Einsatzkräften besteht, ist dieses Fahrzeug immer im Verbund mit anderen Löschfahrzeugen im Einsatz.

 

 

 

Das Durchschnittsalter der SW 2000 – Tr beträgt 21,3 Jahre, wobei das jüngste dieser Fahrzeuge 20 Jahre alt ist (Baujahr 1998). Diese Fahrzeu­ge wurden bis 1998 durch Bundesmittel im Rahmen des sogenannten erweiterten Katastrophenschutzes beschafft und an die Länder verteilt. Dies bedeutet, dass sie im Katastrophenfall mit ihren Besat­zungen in größeren, selbständig operierenden Verbänden und auch außerhalb des Bun­-                                                                                     deslands Berlin eingesetzt werden können.

Foto: FF München

 

Brandschutzbereitschaften

 

Die Brandschutzbereitschaften werden von den Freiwilligen Feuerwehren gestellt und organisiert. Es sind die größten taktischen Einheiten der Berliner Feuerwehr, die bei den Waldbränden und Hochwassern der Vergangenheit, zuletzt 2013 in den benachbarten Bundesländern, wertvolle Hilfe leisteten, Menschen retteten und erhebliche Sachwerte vor der Vernichtung bewahrten. 

 

Link zu youtube -  BSB in Aktion

 

In der Einsatzplanung der Berliner Feuerwehr sind derzeit fünf dieser Brandschutzbereitschaften vorgesehen. Bei einer erhöhten Gefahrenlage, zum Beispiel einer erhöhten Waldbrandgefahr durch langanhaltende Hitze, werden diese Bereitschaften in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

In jeder Brandschutzbereitschaft (BSB) sind 9 dieser LF 16-TS und 3 SW 2000-Tr vorgesehen, die durch weitere Fahrzeuge ergänzt werden. Mit welchen Fahrzeugen eine BSB dann im Bedarfsfall allerdings tatsächlich noch ausrücken kann, verändert sich aufgrund der Fahrzeugsituation gegenwärtig von Woche zu Woche.

 

Warum werden diese Fahrzeuge ausgesondert?

Am Ende des Jahres 2018 wird sich die Anzahl der noch einsatzbereiten Fahrzeuge noch einmal stark verringern. Die Fahrzeuge werden jedes Jahr einer Sonderprüfung unterzogen. Hierfür steht inklusive Reparaturen ein Finanzrahmen von ca. 3.400 Euro pro Fahrzeug zur Verfügung. Allein die Kosten für die Fachgutachten zum Fahrzeugzustand werden bei diesen betagten Fahrzeugen jedoch schnell dreistellig, sodass mit den verbleibenden Mitteln kein relevanter Reparaturbedarf mehr abgedeckt werden kann.

Jeder, der sich noch an Pkw mit Baujahren um die 90er erinnern kann, weiß, dass Rost hier ein ständiger Begleiter ist. Aus diesem Grund  schreitet die Außerdienststellung dieser Fahrzeuge, deren wirtschaftliche Lebensdauer längst überschritten ist, nun schnell voran.

 

Damit verlieren viele Freiwillige Feuerwehren ein Fahrzeug, mit dem sie aufgrund ihrer Personalstärke in zahlreichen Schadenslagen in Berlin den Menschen in Berlin helfen konnten. Auch die Ausbildung und das Training der Jugendfeuerwehren wird zukünftig ein Problem werden.

 

Ersatzbeschaffung Katastrophenschutz

Die Ersatzbeschaffung von Löschfahrzeugen für den Katastrophenschutz ist in Berlin bisher leider nur ein Randthema. Zwar wurde vom Bund eine neue Fahrzeuggeneration mit einer modernisierten und erhöhten Schlagkraft, das LF 20 KatS Bund“, aufgelegt, diese Fahrzeuge wurden aber bislang nur in andere Bundesländer ausgeliefert.

 

In welche Bundesländer wie viele dieser Fahrzeuge ausgeliefert werden, hängt nach Angaben des dafür zuständigen Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) von der Existenz und dem Zustand der dort vorhandenen Fahrzeuge ab. Hierzu die Antwort auf eine Anfrage an das BBK, nach welchem Verteilungsschlüssel die Auslieferungen des Typs LF 20 KatS auf die Bundesländer verteilt werden.

 

„Im Rahmen des Aufbaues der Sollausstattung der Neukonzeption strebt der Bund bei der Aufteilung beschaffter Fahrzeuge und Ausstattung auf die Länder einen möglichst gleichmäßigen prozentualen Ausstattungsgrad in den Ländern an. Maßgeblich hierfür ist der Vergleich des jeweiligen Bedarfs im Verhältnis zum Soll. Die Festlegung erfolgt am Tag der Zuweisung, so dass sämtliche Veränderungen im Verhältnis des Fahrzeugbestandes zwischen den Bundesländern, soweit sie zeitlich noch vor der Auslieferung einfließen können, Berücksichtigung finden. Der Bund liefert Fahrzeuge stets zuerst in das Land mit der größten (prozentualen) Lücke.“

 

Da die vom Bund ausgelieferte Stückzahl jedoch nicht ausreichen wird, hat die Berliner Feuerwehr begonnen, aus Landesmitteln ein LF 20 KatS Land zu entwickeln. Von diesem Fahrzeugtyp wurden bis Juli 2018 fünf Fahrzeuge beschafft und bei Freiwilligen Feuerwehren in Dienst gestellt. Sie helfen heute bereits die schwierige Situation bei den Löschhilfeleistungsfahrzeugen (LHF) etwas abzudämpfen, auch wenn die Beladung in wichtigen Details von einem LHF abweicht.

 

Die zunehmenden Aussonderungen ab 2018 werden den Fahrzeugbestand im Bundesland Berlin weiter dezimieren. In welchem Umfang diese Dezimierung jedoch zu einer Zuweisung von Fahrzeugen des Bundes führen könnte, ist allerdings ebenfalls von der Situation in allen anderen Bundesländern abhängig. Ein überlegtes und planvolles Handeln unter Beibehaltung der Einsatzfähigkeit sieht anders aus.

 

Konsequenzen für den Katastrophenschutz und Großschadenslagen

Die Fähigkeit Wasser über lange Wegstrecken zu fördern bzw. die massive Vornahme von Brandbekämpfungsmaßnahmen können ungeahnte existenzielle Bedeutung bekommen. Die Waldbrände am Rande Berlins sind hierfür ein gutes Beispiel. Um genügend Löschwasser in das Waldgebiet zu bekommen musste eine 4 km lange Förderleitung aus einem nahegelegenen See aufgebaut werden.

Die vom Waldbrand betroffene Ortschaft Finsterwalde war zeitweise so akut bedroht, dass eine Evakuierung vorbereitet wurde. Die Sperrung angrenzender Autobahnen und das dadurch verursachte Verkehrschaos, waren da noch kleinere Begleiterscheinungen.

 

Der gegenwärtige und zukünftig vorgesehene Abbau dieser Fähigkeiten kann daher Konsequenzen haben, die sich im Schadensfall nicht mehr beheben lassen. Von ursprünglich 64 Fahrzeugen des Typs LF 16-TS im Jahr 1998 waren am 31.12.2017 noch 43 übrig. Mit gegenwärtig noch 37 verfügbaren LF 16-TS, den 11 SW 2000-Tr und 5 landeseigenen LF 20 KatS (Stand Juli 2018) können schon rein rechnerisch bereits nur noch 4 von 5 dieser Bereitschaften aufgestellt werden.

 

 

Typ

Anzahl

LF 20 KatS Land

5

LF 16 TS/Z Bund

37

 

            Das Durchschnittsalter der LF 16 TS/Z Bund beträgt 23 Jahre.

 
   

 

 

 

 

 

 

Die Antwort auf eine Anfrage der FDP (Drucksache 18 / 15 561) zeigt die zukünftige Dimension. Demnach sollen ausgesondert werden:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geplante Aussonderungen (S 18 / 15 561)

 

Bestand

2018

2019

2020

2021

LF 16 - TS

41

16

12

 

13

SW 2000 - Tr

11

5

5

1

 

 

 

 

 

 

Die Katastrophenschutzdienstverordnung des Landes Berlin (KatSD-VO) sieht 60 LF KatS und 12 SW KatS vor. In der Folge sind ohne sofortige Ersatzmaßnahmen nach den in § 9 der KatSD-VO definierten Einsatzkategorien am Ende des Jahres 2018 etwa 50 % des vorgesehenen Brandschutzfachdienstes nicht mehr einsatzbereit!
 

Quellen:

Katastrophenschutzdienstverordnung des Landes Berlin (KatSDVO)
https://www.berlin.de/sen/inneres/sicherheit/katastrophenschutz/rechtsgrundlagen/katsdvo

 

 

 

 

 

 

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Was hat der Landesfeuerwehrverband Berlin davon?

 

Gar nichts!

Der Landesfeuerwehrverband Berlin arbeitet rein ehrenamtlich. Er besteht aus ehrenamtlichen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Berlins. Ergänzend zu der praktischen Hilfe der ehrenamtliche Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren engagieren wir uns als Sprachrohr für die Sicherheit der Menschen in Berlin.

Ehrenamtlich, politische neutral und unabhängig.

 

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